FAQ für institutionelle Anleger
Entscheidungsrelevante Einordnung zu Struktur, Marktmechanik, Risiken und regulatorischem Rahmen.
Was sind strukturierte Produkte?
Strukturierte Produkte sind verbriefte Forderungsinstrumente mit vertraglich definiertem Auszahlungsprofil. Für eine belastbare Beurteilung sind drei Ebenen getrennt zu prüfen: (1) ökonomisches Exposure (z.B. Delta/Gamma/Basis), (2) rechtliche Struktur (Terms, Trigger, Fallbacks, Anpassungsmechanismen) und (3) Emittenten-/Gegenparteirisiko. Damit sind sie per Definition kein „reines Underlying-Exposure“ und nicht für alle Anleger geeignet.
Wie ist das AMC strukturiert und wo finde ich ISIN/Valor/WKN?
Ein Actively Managed Certificate (AMC) ist ein strukturiertes Produkt, dessen zugrunde liegendes Exposure durch eine Strategie (regelbasiert und/oder diskretionär) gesteuert wird. Zentral sind Definition von Strategie-Universum, Rebalancing- und Risk-Gates, Bewertungs-/NAV-Mechanik, Gebühren sowie Rollen (Emittent, Berechnungsstelle, Verwahrung/Collateral-Setup). ISIN, Valor und ggf. WKN werden in den Final Terms bzw. der verbindlichen Emissionsdokumentation publiziert; maßgeblich ist stets die zuletzt gültige Fassung dieser Dokumente.
Warum erhalten nicht alle Investoren Zugriff?
Der Zugriff ist ein regulatorisches Kontrollinstrument, keine Marketing-Selektion. Ansprache, Dokumentationspflichten und Produktzulässigkeit unterscheiden sich nach Jurisdiktion und Anlegerkategorie; daher adressieren wir in CH qualifizierte Anleger und in EU/EEA professionelle Anleger. Der Gate-Prozess stellt sicher, dass Kommunikation und Dokumentbereitstellung innerhalb des zulässigen Cross-Border-Rahmens erfolgen.
Was ist ein Carry Trade?
Carry bezeichnet die Vereinnahmung laufender Finanzierungs- bzw. Basisdifferenzen, nicht primär Directional Beta. Im delta-neutralen Setup liegt die Renditequelle bei Funding/Basis; entscheidungsrelevant bleiben jedoch Regimewechsel, Rebalancing-Drift, Liquiditätskosten und die Möglichkeit temporär negativer Carry-Phasen.
Wie entsteht die Funding Fee bei Perpetuals?
Funding ist ein periodischer Transfermechanismus, der Perpetual-Preise um einen Spot-Anker stabilisieren soll. Höhe und Vorzeichen hängen von Basis, Positionierungsungleichgewichten, Liquidität und venue-spezifischer Berechnungslogik ab. Funding ist damit mikrostrukturgetrieben und kann sich in Stressphasen schnell drehen.
Warum ist die Funding Rate je Venue unterschiedlich?
Funding-Differenzen zwischen Venues sind strukturell erwartbar. Treiber sind u.a. Liquiditätstiefe, Teilnehmermix, Margin-Regime, Risk-Engine, Fee-Stack und Sampling-Fenster. Institutionelles Monitoring betrachtet daher Verteilung, Persistenz und Mean-Reversion statt isolierter Punktwerte.
Was bedeutet Off-Exchange mit Copper und welche Vorteile bietet es?
Off-Exchange mit Copper beschreibt ein Setup, in dem Collateral-Governance und Handelsausführung funktional getrennt werden, um Konzentrationsrisiken zu reduzieren. Potenzielle Vorteile sind kontrolliertere Sicherheitenprozesse, klarere Segregation und auditfähige Governance. Belastbar wird dies erst durch Diligence zu Rechtsstruktur, Besicherungsmechanik, SLAs sowie Default- und Transferprozessen.
Welche Kernrisiken sollte ich beachten?
Materielle Risiken umfassen Funding-Regimewechsel, Basis-/Slippage-Risiko, Counterparty- und Venue-Exponierung, Margin-/Liquidationsdynamik sowie Modell- und Datenrisiko. Historische Pfade sind nicht prognostisch. Alle Inhalte sind Marketingmaterial; sie ersetzen weder rechtliche/steuerliche Beratung noch ein verbindliches Angebot.